News · Sicherheit bei Blackbear

Was unsere Server sehen

15. August 2026 Xavi Group Teil 2 von 3
Illustration: ein Schwarzbär liest in einem aufgeschlagenen Kassenbuch, das nur leere Linien zeigt, neben einem Stapel versiegelter Umschläge

Jeder Cloud-Dienst hat Metadaten über dich. Die meisten verstecken das auf Seite neun einer Datenschutzerklärung. Wir veröffentlichen lieber die Aufstellung.

Das hier speichern die Server von Blackbear, abgeglichen mit unserem tatsächlichen Datenbankschema zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Nicht die Marketingversion. Die Spalten.

Dein Konto

Du kannst dich mit E-Mail, Telefon, Google oder Apple anmelden. Egal was du wählst: Die Kennung wird verschlüsselt gespeichert und über einen Hash mit Schlüssel nachgeschlagen. Wir können deine E-Mail-Adresse entschlüsseln, wenn wir dir einen Magic Link schicken müssen, und sie erscheint in unseren Protokollen nie ungeschwärzt.

Für die Anmeldung per Telefon stellt Twilio Verify die Codes zu. Wir speichern die Codes nie; Twilio sieht deine Nummer zwangsläufig, um die SMS zuzustellen.

Wenn du für die Synchronisierung bezahlst, hält Stripe deine Zahlungsdaten. Wir haben eine Kundenreferenz, deinen Plan und den Status deines Abos. Deine Karte sehen wir nie.

Synchronisierung

Für jede Änderung, die du synchronisierst, hält der Server fest: um welche Art von Eintrag es sich handelt (eine Datei, eine Aufgabe, ein Kalendertermin), seine ID, Versionsangaben zum Auflösen von Konflikten, einen Zeitstempel, welches deiner Geräte sie geschickt hat, und ihre Größe in Bytes. Der Inhalt selbst ist Geheimtext, auf deinem Gerät versiegelt, wie in Teil 1 beschrieben.

Eine synchronisierte Änderung, wie unsere Datenbank sie sieht

Was wir lesen können

kind: file id: f_9k2… version: a:41 b:7 device: b 14:32 UTC 9.4 KB

Was wir nicht lesen können

████ verschlüsselter Inhalt ████

Die lesbaren Felder dienen dazu, deine Änderungen zwischen Geräten zu verteilen und zu ordnen. Der Inhalt sind deine eigentlichen Daten: Geheimtext, den wir nicht öffnen können.

Also ja: Wir könnten sehen, dass du mehr Tabellen als Notizen synchronisierst und werktags morgens aktiv bist. Das sind echte Metadaten, und wir tun nicht so, als wäre es anders. Was wir nicht sehen können: Titel, Text, Tags, Ordnernamen oder irgendetwas in deinen Dateien.

Einträge für Medien sind noch schlanker: ein undurchsichtiger Speicherschlüssel, der auf .enc endet, eine Byteanzahl und die grobe Art der Datei aus der Prüfung beim Hochladen. Deine Dateinamen gelangen nie in den Speicherschlüssel oder die Datenbank.

Nachrichten

Das Postfach ist eine Durchreiche, kein Archiv. Ein Nachrichteneintrag enthält das Konto von Absender und Empfänger, eine Gesprächs-ID, Zeitstempel und den versiegelten Umschlag. Wir sehen, wer mit wem spricht und wann. Was gesagt wird, sehen wir nicht.

Die Aufbewahrung ist mechanisch: Zugestellte Nachrichten werden nach 24 Stunden gelöscht. Nicht zugestellte Nachrichten warten bis zu 30 Tage auf ihren Empfänger und werden dann gelöscht.

Geteilte Bereiche

Für die Zusammenarbeit speichert der Server die Gruppenmitgliedschaft nach Schlüssel-Fingerabdruck, signierte Rollen, Schlüsselepochen und verschlüsselte Updates. Er kann erkennen, dass fünf Fingerabdrücke sich ein Dokument teilen und wie aktiv sie es bearbeiten. Kein Wort davon kann er lesen. Teil 3 geht das im Detail durch.

Geräte

Deine Geräteliste zeigt pro Gerät eine Plattform, den Zeitpunkt der letzten Synchronisierung und einen Synchronisierungsstand. Gerätenamen werden heute so gespeichert, wie du sie eingetippt hast – nenn ein Gerät also lieber „MacBook“ als etwas, das wir besser nicht sehen sollten.

Sicherheitsprotokolle

Wir führen ein Prüfprotokoll für Sicherheitsereignisse: Anmeldungen, Fehlschläge, heikle Vorgänge, mit IP-Adresse und User-Agent. Es dient dazu, Missbrauch zu erkennen, und es bleibt nicht roh. Nach einem begrenzten Zeitfenster wird jeder Eintrag reduziert: Die IP wird maskiert, der User-Agent auf einen Plattformnamen gekürzt und deine Konto-ID durch eine undurchsichtige Datenschutz-ID ersetzt. Die reduzierten Einträge werden verschlüsselt ins Langzeitarchiv verschoben, die rohen Zeilen gelöscht.

Sogar unseren eigenen Protokollen werden die identifizierenden Details planmäßig entzogen.

Statistik

Unsere Website (diese hier) schickt bei einem Seitenaufruf ein einziges Signal an unsere eigene API. Keine Cookies, kein Fingerprinting, und Do Not Track wird beachtet. Identifizierende Werte werden mit einem täglich wechselnden Salt gehasht, die Rohwerte verworfen und die Einträge nach einem laufenden Zeitfenster gelöscht. Die App wird nie getrackt. Keine Telemetrie, keine SDKs, keine Skripte von Dritten. Wir können keine A/B-Tests mit dir machen. Von Fehlern erfahren wir, wenn du sie uns sagst.

Was dabei herauskommt

Wir haben Blackbear so gebaut, dass die ehrliche Antwort auf „Was wisst ihr über mich?“ kurz bleibt. Eine verschlüsselte Kennung. Geheimtext mit Größen und Zeitstempeln. Eine Durchreiche, die nach Stunden vergisst. Protokolle, die absichtlich vergessen.

Ein Datenschutzversprechen, das du nicht prüfen kannst, ist nur ein Gefühl. Eine Aufstellung, an der du uns messen kannst, ist eine öffentliche Verpflichtung. Das hier ist unsere, Zeile für Zeile abgeglichen mit dem Schema, das am 15. August 2026 ausgeliefert wurde.

Zum Weiterlesen

  • Why Metadata Matters – die verständliche Erklärung der EFF
  • HMAC – der Hash mit Schlüssel hinter unserer Suche nach Kennungen
  • Data at rest – was Verschlüsselung gespeicherter Daten bedeutet und was nicht
  • AES-GCM – das Verfahren, das unsere Protokollarchive versiegelt
  • Do Not Track – das Browsersignal, das wir beachten

Sicherheit bei Blackbear

  1. 1. Was wir nicht lesen können
  2. 2. Was unsere Server sehen (du bist hier)
  3. 3. Wie Teilen verschlossen bleibt

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